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Veröffentlicht am 21.01.2017 von Johannes R. Buch

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Moby

Seine Vorliebe für ausgefallene Musik erklärt sich der Musiker Moby mit den Acid-Trips seiner Mutter während der Schwangerschaft. Es bedarf einer unermüdlichen DJ-Arbeit in sämtlichen US-Clubs, bevor die Major-Label auf den Künstler aufmerksam werden.

Leben

Aufwachsen wird Richard Melville Hall in Darien, Connecticut. Sein Ur-Ur-Großonkel Herman Melville schrieb den Roman Moby Dick, weshalb Richard als Kind den Spitznamen Moby erhält. Später wählt er diesen Spitznamen auch als seinen Künstlernamen. Während seiner Schulzeit spielt er in der Hardcore-Punk-Band Vatican Commandos und war Übergangssänger der Punkband Flipper.

Sein College-Studium in Religion und Philosophie bricht Moby ab, um in New York als DJ anzufangen. The Brotherhood, ein Projekt Mobys mit Jared Hoffmann, dem Gründer des New Yorker Labels INSTINCT Records, veröffentlicht 1990 die Single „Time´s Up“. Später sollen auf dem Label Hoffmanns auch Musiker wie DJ Cam, Kruder & Dorfmeister und Marianne Faithfull veröffentlichen. Die Single erschien in kleiner Auflage auch beim deutschen Plattenlabel Low Spirit.

Durchbruch

Sein Track „Go“ wird im Sommer 1991 ein Top-Ten-Hit in den britischen Charts. Erst im Frühjahr 1992 zieht der Titel auch in die Dance-Charts der USA ein. Die Melodie des Titels basiert auf das Laura Palmer´s Theme aus der Fernsehserie Twin Peaks von Regisseur David Lynch. Das Debütalbum „Moby“ enthält zwei weitere Dancehits, die ebenfalls in die Top Ten einzogen. Die UK-Version des Albums enthielt statt „Drop a Beat“ den Titel „Thousand“. Für das mit 1000 Beats per minute bis dato schnellste Musikstück der Welt bekam der Titel sogar einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.

Mit „Move (You Make Me Feel so Good)“ schafft es Moby 1993 erstmals an die Spitze der US-Dancecharts. Dank seiner ersten Erfolge wird Moby als Remixer für Michael Jackson, die Pet Shop Boys, Brian Eno, Depeche Mode, Erasure, Orbital und die B-52´s engagiert. 1995 gründet Moby sein eigenes Plattenlabel Trophy Records, auf dem er ausschließlich eigenes Material unter verschiedenen Pseudonymen, wie Lopez oder Voodoo Child, veröffentlicht. Werke Mobys, die er zwischen 1995 und 1997 unter seinem Label veröffentlicht, bewegen sich im Hard-House-Genre.

Sein Major-Debütalbum „Everything IsWrong“ erscheint 1995. In diesem Album bringt Moby so ziemlich alles unter, was er im Laufe seines Lebens an musikalischen Stilen aufschnappte. Trotzdem entsteht aus dem Gefrickel eine homogene Mischung. Musikalische Einfalt ist nicht Mobys Sache und deshalb feuert er zur Verwunderung seiner Fans 1996 ein waschechtes Rock-Album nach. Kommerziell überzeugen kann „Animal Rights“ jedoch nicht. Mit seiner veganen Lebensweise und seinem Engagement für Tiere kann er nur für wenig Resonanz sorgen.

„Play“

1999 kehrt Moby zur Dance-Richtung zurück und trifft damit voll den Nerv der Zeit. Erst zehn Monate nach deren Veröffentlichung und Charteintritt kann „Play“ Platz 1 in Großbritannien erreichen. Das Album wird mit 6-fachem Platin ausgezeichnet, außerdem 2-fach Platin in den USA und weltweit über 10 Millionen verkaufte Alben. „Play“ ist Mobys bestverkauftes Album. Doch auch weiterhin lässt sich der in der Presse hochgelobte Moby nur ungern in eine Schublade stecken. Am 11. September 2001 dann der Schock – Der Terror-Anschlag auf das World Trade Center erfolgt nur unweit vom Wohnort Mobys. Dieser teilt seine Gedanken zu diesem Ereignis fortan auf seiner Homepage.

Einige wahnwitzige Vorschläge Mobys zum Umgang mit religiösen Fanatikern, wie z.B. sie in fingierten Sex-Fotos zu diskreditieren, sorgen mitunter für jede Menge Spott. Im Mai 2002 erscheint das Album „18“ und beweist einmal mehr Mobys Talent für träumerische Melodien. Der Künstler tourt unter großem medialem Interesse einmal um den Globus. 2003 nimmt sich Moby sogar die Zeit, gemeinsam mit Britney Spears einen Song aufzunehmen. Moby-Fans sind alles andere als begeistert, doch stellt der Künstler damit einmal mehr seine Unberechenbarkeit unter Beweis. Nach fünf Jahren auf Tournee kündigt Moby im Sommer 2003 an, nie wieder auf Tour zu gehen und will stattdessen eine Familie gründen.

In der Erkenntnis „simple and straight forward dance music“ doch so richtig gut zu finden, veröffentlicht er 2004 unter dem Pseudonym Voodoo Child das Album „Baby Monkey“. 2006 folgt Mobys erstes Best-Of-Album. Im Jahr 2008 spielt er bei der Abschlussveranstaltung der Loveparade in Dortmund. Das nächste Studioalbum folgt 2009 mit dem Titel „Wait for Me“. 2011 folgt das Album „Destroyed“, 2013 „Innocents“. An die alten Chart-Erfolge kommen die neuen Alben nur schwer heran. Doch erlebt die Qualität seiner Musik, v.a. auf „Innocents“ nochmals einen Schub.

photocredit: By Andy Sternberg (Flickr.com) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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